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Jugendliteratur

 
           
   

Mit dem Kinder- und Jugendbuchpreis der Stadt Wien für das Jahr 2009 wurden u.a. Lizzy Hollatko, der Verein Ute Bock sowie Michael Stavaric und Renate Habinger ausgezeichnet.
Die Preisverleihung fand am 20.1.10 im Wappensaal des Wiener Rathauses statt.

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Coverillustration: Hannes Binder

Hinabsteigen

Auf dem Cover der neuen Ausgabe von 1000 und 1 Buch steigt ein Mann hinab in die Tiefen jener Geschichten, die er gerade noch seinen Kinder erzählt hat. Der Schweizer Künstler Hannes Binder hat die Illustration für uns gemacht – wer wäre besser geeignet, den Umschlag für ein Heft zu machen, das sich mit Höhlen, Verstecken und Tabus in der Kinder- und Jugendliteratur auseinandersetzt, als jener Mann, der auch der „Schwarze Binder“ genannt wird?

Lesen Sie im vorliegenden Heft Beiträge über das Unausgesprochene in der Literatur, über Strategien des Erzählens von nur schwer Sagbarem. Spazieren Sie mit uns auf literarische Friedhöfe, steigen Sie hinab in Höhlen und Gruften, in den phantastischen oder musikalischen Underground.


Mehr darüber & das vollständige Inhaltsverzeichnis finden Sie hier

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1000 und 1 Buch 3|09:
Schwelle


Covergestaltung: Nele Steinborn

Nur wer stolpert, ahnt die Wege.
(Klaus Theweleit)

auf der schwelle zum abenteuer
liegt das buch bereit
die fantasie im rücken im kopf
ein wenig platz gemacht
und mit dem aufklappen
dem ersten umblättern
schweben wir hinein in die
geschichte die neue welt

bruno blume

Auf dem Weg von draußen nach drinnen stehen wir mit dieser Ausgabe von 1000 und 1 Buch an der Schwelle. Sie ist nicht nur der untere Balken eines Türrahmens, über den wir zügig drübersteigen, um rein- oder rauszukommen. Sie steht auch für Räume und Zeiten, in denen sich etwas verändert, die Entscheidungen verlangen, ein – zumindest kurzes – Verharren, und dann Bewegung. Jedenfalls ist der Blick auf eine Schwelle auch von der Perspektive bestimmt: Drinnen oder draußen, hüben oder drüben, diesseits oder jenseits. Und schließlich kann man über eine Schwelle auch stolpern.
Kinder und Jugendliche sind Schwellen-Dauerbewohner. Ihr Leben zeichnet sich aus durch permanente Veränderung und ein stetes Überschreiten: Sie kommen raus aus dem Körper der Mutter und dann immer und immer wieder rein – und raus: in Windeln und Familien, Kinderwägen und Kindergärten, in Schulen und Ausbildungsstätten, in die Pubertät und andere gefährliche Situationen, in mehr oder weniger selbstgewählte Beziehungen. Sie wissen oft nicht, was und wer sie erwartet. Sie sind nicht nur Meister in Anfängen, sondern auch in Übergängen.
Folgerichtig spielen Übergänge in der Kinder- und Jugendliteratur eine bedeutende Rolle: In der phantastischen Literatur wie in der Fantasy sind es solche in andere Welten, in der realistischen ziehen Heldinnen und Helden von zuhause aus, um ihre Eltern hinter sich zu lassen und sich selbst zu finden. Selten geht das ohne gröbere Konflikte vor sich. Immerhin wissen wir: Wer über der Schwelle ist, hat die Reise schon halb getan.
Dass für die Literatur und das Lesen der Begriff der Schwelle auch in anderer Weise gilt, können Sie in dieser Ausgabe von 1000 und 1 Buch ebenfalls nachlesen: Jürg Schubiger erzählt vom Tritt über die Schwelle des einsamen Lesens, Siggi Seuß, Hans ten Doornkaat, Bettinchen von Ozzelotl, Heinz Janisch, Sibylle Vogel, Adelheid Dahimene und Bruno Blume haben über das Umblättern nachgedacht.
Das vollständige Inhaltsverzeichnis finden Sie hier:

Wer schnell vorblättert, blättert auch schnell wieder zurück. 
So ist es, wenn einer immer gleich weiter will in der Geschichte, noch bevor die erste Seite ihre verborgenen Schätze zeigen kann. Kein Bild bleibt dann bei sich, und dem Betrachter laufen die Figuren fluchtartig wie im Daumenkino zwischen den Fingern davon.
Selbst überrascht und enttäuscht vom vorzeitigen Ende, rollt der Vorblätterer die Geschichte von hinten wieder auf bis zum Anfang. Oh, sagt er dann erstaunt, das habe ich gar nicht gesehen: der Katze sitzen ja Flöhe im Fell, deshalb kratzt sie sich die ganze Zeit wie verrückt!
Wer die Schwelle nicht ehrt ist den Eintritt nicht wert. (Altes chinesisches Bilderbuchsprichwort).

Adelheid Dahimène 


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1000 und 1 Buch 2|09:
Außen


Covergestaltung: Nele Steinborn

Außen, auf der Verpackung, weist Nele Steinborn darauf hin, dass innen Sensationelles zu finden ist. So beginnt die Geschichte dieser Ausgabe von 1000 und 1 Buch. Und so geht sie weiter: Jemand beginnt von HeldInnen zu erzählen und gibt ihnen einen Raum. Er macht sie vor hoch aufragenden Steinmassiven klein oder stellt sie in eine weite flache Landschaft, in der nichts ihren Blick begrenzt. Er setzt sie auf eine Wiese inmitten eines weitläufigen Parks oder verbannt sie in einen unwirtlichen Randbezirk einer Großstadt. Er lässt sie in einem Lesesessel in einer großzügig angelegten Bibliothek versinken oder auf die Blümchentapete in einem engen Kinderzimmer starren. Der Raum ist Voraussetzung für das Handeln einer Figur – und wichtiger Teil der Erzählung. So wie die Außenhaut der Figuren, die Kleider, die sie tragen oder auch nicht, die Zeichen, die ihnen eingeschrieben sind. Am Ende stehen Geschichte. Wir haben sie gelesen.

Mit Beiträgen von Reinhard Ehgartner, Nicole Kalteis, Bruno Blume, Susanne Strasser, Silke Rabus, Barbara Slechta und Sarah Wildeisen. Interviews mit Antje Damm und Stefanie Harjes.

Weiters im Heft: Einer exquisite Modeschau, ein Text von Jens Thiele über Ernst Jandl und Norman Junge, der einige Jandl-Gedichte in Bilderbücher umgesetzt hat, und Beiträge zum österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis 2009.

Sensationell auch: Artem, Verena Ballhaus, Renate Habinger, Monika Maslowska, Dorothee Schwab und Linda Wolfsgruber haben für 1000 und 1 Buch ein Bild von Betti Kettenhemd (aus dem gleichnamigen Buch von Albert Wendt)!

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1000 und 1 Buch 1|09:
Wasser

Coverillustration: Linda Wolfsgruber
Covergestaltung: Nele Steinborn

In der neuen Ausgabe von 1000 und 1 Buch geht schon auf der Coverillustration von Linda Wolfsgruber eine Frau baden – und auf der 1002. Seite fühlt sich ein Fisch von Peter Schössow ausgesprochen wohl!
Und damit ist klar, welchem Thema sich das Heft widmet: dem Wasser!
Zwar steht es uns – wie wir allenthalben hören und sehen – bis zum Hals, aber nicht die Krise ist das Thema, sondern jene chemische Verbindung, aus der der Mensch zu einem erheblichen Teil besteht, von der die Erdoberfläche zu mehr als zwei Dritteln bedeckt ist und von der auch in der Literatur immer wieder die Rede ist.
Wir beginnen das Heft mit einem Rundgang durch die Klassiker, in denen das Wasser in seiner wilden, ungezähmten Form ein beliebter Heldenübungsplatz ist. Das Meer ist aber nicht nur Kulisse für große Abenteuer, Helden und Schurken, sein Rauschen ist auch Hintergrundmusik für große Gefühle, in Erzählungen und vor allem auch in Bilderbüchern. Dass der Ratschlag: Geh nicht zu nah ans Wasser trotz aller Romantik angebracht ist, zeigt die Lektüre einiger Jugendbücher, die wir erneut einer Analyse unterworfen haben.
Weitere Schauplätze, die wir lesend besucht haben: die Wüste und die Kanalisation.
Lesen Sie weiters ein Porträt des Hamburger „Sehmanns“ Peter Schössow und ein Interview mit Sally Nicholls, deren Debüt „Wie man unsterblich wird“ hohe Wellen geschlagen hat (unter anderem wurde es mit dem „Luchs des Jahres“ 2008 ausgezeichnet!). Schließlich sei noch auf einen Essay des Historikers und Stadforschers Peter Payer hingewiesen. Seine Geschichte über die letzte „Eiszeit“ in Wien hat mit Kinder- und Jugendliteratur nicht unmittelbar zu tun, aber sie passt zum Thema und macht uns so schön frösteln.

Wir haben in diesen schwierigen Zeiten das gemacht, was wir mit jeder Ausgabe dieses Magazins versuchen: Ausgehend von einem Thema wollen wir Ihnen Großes bieten. Und lassen also Menschen von ihrer Lektüre und ihren Reflexionen darüber erzählen. Die tun das mit Leidenschaft und Professionalität. Das ist in allen Zeiten gut. Und wohl gerade dann eine angemessene Haltung, wenn einem das Wasser bis zum Hals steht.

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Die Dokumentation zu "Darf's ein bisserl mehr sein?", der Sommertagung 2008 des Instituts für Jugendliteratur zum Thema Glück ist jetzt erhältlich!

Mit Reden und Referaten von Robert Buchschwenter, Adelheid Dahimène, Ute Dettmar, Guus Kuijer, Maria Linsmann, Andrea Mecke, Bart Moeyaert, Monika Pelz, Karlheinz Rossbacher, Ernst Seibert und Siggi Seuss.

112 Seiten, tw. vierfärbig
Erhältlich um ¤ 10,­ plus Versandkosten am
Institut für Jugendliteratur
Mayerhofgasse 6, 1040 Wien | +43.1.505 0359

Bestellungen – SIe werden auf die Seite des Instituts für Jugendliteratur weitergeleitet!
 
           
           
           
   

In die Weite Welt hinein …

Die Literatur erzählt immer wieder vom Reisen: Von Aufbrüchen in unbekannte Gegenden und Abenteuer, von den Herausforderungen eines Lebens in der Fremde, von neuen Erfahrungen, von der Einsamkeit und der Sehnsucht nach der Heimat, von erzwungenen Reisen, von fiktiven und von erträumten, von Lebensreisen und kurzen Ausflügen nach Nebenan. Die Reise ist ein Hauptthema der Literatur. Und das Reisemotiv ist in der Kinder- und Jugendliteratur, die nicht zuletzt von AnfängerInnen auf ihrer Lebensreise erzählt, ein zentrales.
Daher war REISEN das Thema der Tagung des Instituts für Jugendliteratur im August 2006. - Nun sind die Referate in gedruckter Form erschienen.

Der Band ist um Euro 10,- plus Versandkosten am Institut erhältlich!

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