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Covervorschlag Nummer 2
Gestaltung: Nele Steinborn

 

 

 

1000 und 2. Seite von Linda Wolfsgruber

 

Die Redaktion von 1000 und 1 Buch ist ziemlich leidensfähig, scheint es: In der letzten Ausgabe war Fantasy das Thema, obwohl wir das Genre (damals) nicht so gerne mochten. Und jetzt setzen wir uns mit Serien- und Medienverbundliteratur auseinander – auch nicht gerade der Traum unserer alltäglichen Leseabende, wie Sie sich vielleicht vorstellen können. (Langsam kommen uns aber immerhin Zweifel hinsichtlich der Kompatibilität unserer literarischen Vorlieben und dem Markt, dem freien). Aber immerhin sind wir jetzt auch auf diesem Terrain klüger als noch vor wenigen Monaten und haben in dieser Zeit – aus rein fachlichem Interesse, versteht sich – einen Teil der aktuellen TV-Serien gesehen und uns bei einigen gar nicht so schlecht unterhalten!

Serien also und Medienverbundprodukte: Nach Linda Wolfsgrubers traumhaftem Einstieg geht es in vier Hauptbeiträgen heftig zur Sache: Während Horst Heidtmann die Linie von den frühen Filmbegleitbüchern der 1920er Jahre bis zur TV-Serien-Begleitliteratur der Gegenwart zieht und sehr konkret die Rezeption im Blickfeld hat, spannt Hans-Heino Ewers den gedanklichen Bogen von den klassischen Sagen und Göttergeschichten, von den großen Epen früherer Zeiten zu den aktuellen Medienverbundangeboten, in denen er die bedeutenden Narrationen der Gegenwart sieht, also jene Erzählungen, in denen die "Totalität des Weltgeschehens" dargestellt werden kann. Esther Kochte geht von ihrer eigenen Lesegeschichte aus, ihrer frühen Begeisterung für eine Serie – sagen wir es laut und deutlich: eine Pferdebuch-Serie –, um den Ursachen dieser nachhaltigen Faszination auf die Spur zu kommen wie auch den Prinzipien seriellen Erzählens. Und Dietmar Knill schließlich klärt uns darüber auf, warum es für Verlage sinnvoll ist, Serien und Reihen, also starke Marken, zu kreieren, zu produzieren und zu verkaufen – und was diese Fast Food Literatur für die KäuferInnen und LeserInnen bringt. Dazwischen lesen Sie kürzere Beiträge von Menschen, die – sehr unterschiedlich – mit dem Prinzip Serie konfrontiert sind: Von Heidi Lexe, der begeisterten Nutzerin diverser Medienverbundangebote; von Karin Mair, die als Bibliothekarin Serien und Reihen vor allem unter der Perspektive Budget sieht. Mit Ingvar Ambjørnsen und Christian Bieniek haben wir schließlich zwei hochkarätige Autoren gebeten, zu schildern, warum sie Serien schreiben und wie sie es anlegen.

Der zweite Teil der Ausgabe ist dem Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis 2004 gewidmet (den Plakatfolder finden Sie beigelegt). Wir gratulieren allen AutorInnen, IllustratorInnen, ÜbersetzerInnen und natürlich auch den Verlagen für ihre ausgezeichnete Arbeit. Die Preis-Berichterstattung für 1000 und 1 Buch haben ausgewiesene Fachleute übernommen: Mit dem französischen Autor Vincent Cuvellier, gemeinsam mit Candice Hayat für "Die Busfahrerin" (Jungbrunnen) verantwortlich, hat Sibylle Vogel gesprochen, die ihrerseits gerade eben für "Hugo allein daheim" mit dem Illustrationspreis der Stadt Wien ausgezeichnet wurde. Gratulation! Für "Doktor Deter" (NP Verlag) von Toon Tellegen und Gerda Dendooven haben wir Ärzte um ihre Diagnose gebeten. Mit der Regisseuse und Autorin Lilly Axster, die gemeinsam mit der bildenden Künstlerin Christine Aebi für "Wenn ich groß bin, will ich fraulenzen" (Empirie Verlag) ausgezeichnet wird, hat Heidi Lexe (deren jüngst erschienene Publikation "Pippi, Pan und Potter" auf Seite 44 besprochen wird!) gesprochen. "Spezialeinheit Kreiner" von Adelheid Dahimène (NP Verlag) haben wir Stefan Slupetzky in die Hand gedrückt, der gerade mit seinem Krimi "Der Lemming" bei Rowohlt reüssiert hat. Bruno Blume, Autor und langjähriger Beiträger für 1000 und Buch, hat über die in München lebende Künstlerin Verena Ballhaus geschrieben, die für "Meine Füße sind der Rollstuhl" von Franz-Joseph Huainigg (Annette Betz) mit dem Illustrationspreis ausgezeichnet wird. Dass Ballhaus 1000 und 1 Buch seinerzeit einen sehr feinen Euro-Schein geschenkt hat, das haben wir übrigens nicht vergessen (auf unserer Homepage www.1001buch.at können Sie ihn nochmals besichtigen!). Zu Reingard Witzmanns "wunder.orte | zauber.zeichen" (wieder NP Verlag) schließlich haben wir für die Rubrik "Blickwechsel" Caroline Roeder, Berlinerin und Fachfrau für literarisches Spazieren, und Heinz Steuer, passionierter Wiener und langjähriger Leiter der Abteilung Kinder und Jugendliteratur, um Beiträge gebeten. Und Ingrid Weixelbaumer, die für ihre Übertragung aus dem Englischen von Judith Christine Mills "Das Geheimnis der verschwundenen Schriftrolle" (dtv) ausgezeichnete Übersetzerin, hat für uns "Ausgelesen" – zwei Bücher über das Lesen.


Lesen werden Sie übrigens in der nächsten Ausgabe auch einen Beitrag des Autors Ralf Isau, der mit der (Art der) Aburteilung seiner Tetralogie "Der Kreis der Dämmerung" durch Inge Cevela in unserer Fantasy-Nummer gar nicht einverstanden war. Er wird in einem Essay die Frage des Umgangs mit der Wirklichkeit, mit historischen Fakten in literarischer Fiktion erörtern. Ein spannendes Thema – wir freuen uns auf die weitere Diskussion!

Dass unsere Leidensfähigkeit hinsichtlich der Schwerpunktthemen von 1000 und 1 Buch auch ihre Grenzen hat, werden Sie in der nächsten Ausgabe sehen. Im Postkasten wird sie erst dann sein, wenn viele von Ihnen bereits im Urlaub sind. Aber danach sind Sie sicher schon wieder ganz hungrig auf Bücher und Analysen. Wir werden Ihnen dann mit der Nummer 3|04 ein schmackhaftes Menü servieren – zum Thema Essen und Kinder- und Jugendliteratur.

Franz Lettner

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Horst Heidtmann leitet das Institut für angewandte Kindermedienforschung an der Hochschule der Medien in Stuttgart

 

Hans-Heino Ewers ist Direktor des Instituts für Jugendbuchforschung an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main

Esther Kochte lebt multipel verteilt in Berlin; sie arbeitet als freie Kritikerin für Kinder- und Jugendliteratur, als PR-Redakteurin am Fraunhofer Institut für Software- und Systemtechnik sowie als freie Webdesignerin

Dietmar Knill ist Sortimentsmanager beim Online-Händler myToys.de für den Bereich Bücher zuständig.

Zu Heidi Lexes "Gutem Tag"

Zum Beitrag von Christian Bieniek

 

Zum Österreichischen Kinder und Jugendbuchpreis

 

 

 

Porträt von Lilly Axster aus 1000 und 1 Buch 2|02

 

 

 

Dr. Deter – ein Arzt sieht rot

 

 

 

 

 

Hompage Ralf Isau