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Lebens-Mittel
Was Kinder brauchen.

26 Beiträge von deutschsprachigen Autoren. Herausgegeben von Armin Abmeier und R. Susanne Berner, mit Bildern von Thomas M. Müller. Frankfurt am Main, Wien und Zürich: edition Büchergilde Gutenberg 2003
32 S.
€ 16,90
3-936428-22-0

 

Porträt Thomas Müller bei der Büchergilde Gutenberg

"Lebensmittel" ist ein beinahe verschwundenes Wort. Es kommt eigentlich nur mehr in den Zusammensetzungen mit -gesetz, -handel, oder -farbe vor. Alle anderen Dinge heißen Konsumgüter. Es ist daher naheliegend, dass "Lebensmittel" in kaum einem Lexikon für Kinder eingetragen ist (die "Leber" dagegen ist oft dabei – sogar die "Leberzirrhose" war einmal dort zu finden, wo "Lebensmittel" gesucht wurden). "Lebensmittel" ist ein altmodisches Wort aus einer Zeit, als das Vorkommen derselben in einer Einkaufstasche noch Rückschlüsse auf Geschmack, Stil oder soziale Position der TrägerInnen zuließen. Heute dagegen ist Geiz geil und keine und keiner kauft mehr Lebens-mittel, alle shoppen Schnäppchen.
"Lebens-Mittel. Was Kinder brauchen", eine Publikation aus der Reihe "Die tollen Hefte" der Büchergilde Gutenberg, gehört noch in die alte Zeit: Die BeiträgerInnen, allesamt Berühmtheiten (von Peter Härtling über Sarah Kirsch, Robert Gernhardt, Jürg Schubiger bis Mirjam Pressler u.a.) müssen ihr zugerechnet werden (was schon an ihren Geburtsjahren ablesbar ist). Es wundert also nicht, dass es sich bei den 26 vorkommenden Lebensmittel zwar um (auch pädagogisch) wertvollste Grund-Nahrungsmittel handelt, sie aber meist auch den Genussmitteln zuzurechnen sind: Von Baum bis Luft, von Liebe bis Spiel, Wärme und Wasser. Nur die "Seife" will nicht so recht hineinpassen – gut dass sich Robert Gernhardt ihrer angenommen hat, hat er doch einen eher schrägen Humor, alle anderen beteiligten AutorInnen einen feinen bis braven. (Von Gernhardts Gedicht übers "Brot" haben wir uns zwei Zeilen für das Cover von "1000 und 1 Buch" ausgeliehen. Danke!)

"Lebens-Mittel" ist ein feines altmodisches Heft mit knappen, pointierten, selten bemühten Texten über wichtige Dinge in ihren altmodischen Varianten geworden: über "Papier" und "Stift" statt Computer, "Schuhe" statt Nikes oder Pumas, "Hemd und Hose" statt coole Klamotten oder über "Schubert" statt Hip-Hop.
Die illustratorische Gestaltung hat Thomas M. Müller übernommen und sein Stil, der hier an die 50-er Jahre erinnert, passt gut zu diesen Lebens-Mitteln, obwohl er – 1966 geboren – schon in der Konsumgüterzeit aufgewachsen sein muss.

Ill. Thomas Müller

 

Von Müller stammen auch die Jausenbretter, die ebenfalls bei der Büchergilde zu haben sind: "Iss mal was anderes" ist das Motto der so wunder- wie abwaschbaren Brettchen, die wir auf allen Tischen sehen wollen! (zu finden unter www.buechergilde.de).
Dass das Heft sorgfältig gedruckt ist, muss nicht extra gesagt werden, das gilt schließlich für alle "Büchergilde-Lebens-Mittel".

Franz Lettner

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Erhältlich bei der Büchergilde Gutenberg, auch im freien Verkauf