Die Literatur erzählt immer wieder vom Reisen: Von Aufbrüchen in unbekannte Gegenden und Abenteuer, von den Herausforderungen eines Lebens in der Fremde, von neuen Erfahrungen, von der Einsamkeit und der Sehnsucht nach der Heimat, von erzwungenen Reisen, von fiktiven und von erträumten, von Lebensreisen und kurzen Ausflügen nach Nebenan. Die Reise ist ein Hauptthema der Literatur. Und das Reisemotiv ist in der Kinder- und Jugendliteratur, die nicht zuletzt von AnfängerInnen auf ihrer Lebensreise erzählt, ein zentrales.


Es war also naheliegend, dem Thema Reisen eine Tagung zu widmen – sie hat im August 2006 in Hall in Tirol stattgefunden.
Große Teile der Tagung sind in einem Reader nicht vermittelbar: Die Diskussionen nach den Vorträgen und die Gespräche auf der Hotelterasse am Fuße der Nordkette. Die von Johann Holzner geleitete Reise auf den Friedhof in Mühlau bei Innsbruck, wo auch Georg Trakl begraben ist. Die Werkstattgespräche und Lesungen mit den anwesenden KünstlerInnen Stefanie Harjes (von der immerhin ein Bild im Buch ist), Willy Puchner (der zumindest in Form eines kleinen dokumentierten Gesprächs anwesend ist), Jens Rassmus, Peter Stamm und Michael Wildenhain. Die heftige Diskussion zwischen dem Publikum und dem Regisseur Manfred Neuwirth nach der Vorführung seines Films "[MA]-Trilogie".
Man muss dabeigewesen sein – oder man war eben nicht dabei.

 


In die weite Welt hinein
Reisen in der Kinder- und Jugendliteratur
Herausgegeben vom Institut für Jugendliteratur

96 Seiten, tw. vierfärbig
erhältlich um € 10,– plus Versandkosten am:
Institut für Jugendliteratur
Mayerhofgasse 6
1040 Wien
+43.1.505 0359
office@jugendliteratur.net
www.jugendliteratur.net

 
 
Daniela Strigl

Was wir hier präsentieren können, sind die Vorträge, die im Rahmen der Tagung gehalten wurden. Sie sind das Substrat, auf dem alles aufgebaut hat – und sie sind das, was übriggeblieben ist.
Die Tagung kann damit in Form einer Lesereise nachvollzogen werden: Beginnend beim Eröffnungsvortrag von Daniela Strigl, die den Aufbruch thematisiert, die den Stoff, das Gefühl, den Grund sucht, der Menschen dazu verlockt, zu reisen.

   
 



Wolfgang Biesterfeld


Silke Rabus

Danach folgen Zwischenstationen in sehr unterschiedlichen Regionen: Wolfgang Biesterfeld unternimmt eine tour de force durch klassische Texte und Themen, um sich dann auf die Erzählungen über vier Reisende zu konzentrieren.
Christine Knödler spricht über eine Reise-Literatur, die es eigentlich nicht geben kann, weil den beschriebenen Reisen das fehlt, was zu jeder Reise grundsätzlich dazugehört: ein Zurück.
Silke Rabus führt in ihrem Beitrag Landkarten von manchmal auch imaginären Ländern vor Augen.
Es folgen Auseinandersetzungen mit literarischen Reisen von HeldInnen unterschiedlichen Alters:
Christina Rademacher erzählt über Bücher, in denen die Kinder noch mit ihren Eltern in die Ferien fahren;
Franz Lettner hat Bücher gelesen, in denen Jugendliche (von den Eltern) weg und sich reisend selbst finden wollen.
Heidi Lexe schließlich untersucht das Phänomen Urlaubsliebe: Ursachen, Symptome, Heilungschancen.
Den Abschluss macht Caroline Roeder. Ihre Tagungsteilnahme und ihr Referat über phantastische Reisen musste sie kurzfristig absagen, hier reicht sie einen Vortrag nach über Kinderbücher, die (auch) als eine Art Reisebericht der AutorInnen in ihre Kindheit gelesen werden können.
Dazwischen zwei Beiträge, die schon in "1000 und 1 Buch" abgedruckt waren: Ein Gespräch, das Karin Haller mit dem Künstler Willy Puchner führte, und eine Ansichtskarte, die Stefanie Harjes an die Redaktion geschickt hat.

   
   

Wir möchten uns bei allen Beteiligten bedanken, dass sie uns Ihre Vorträge zum Abdruck zur Verfügung gestellt haben. Auf eine Überarbeitung haben wir weitgehend verzichtet, der "mündliche" Charakter ist den Beiträgen folglich noch deutlich eingeschrieben.
Wir hoffen, dass In die weite Welt hinein … den Leserinnen und Lesern als eine Art Reiseführer dienlich ist, hinein in das weite Land der Kinder- und Jugendliteratur.

   
   

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