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Jugendbücher 2006 |
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Mikael Engström Steppo- Voll die Krise Die Wolken hängen tief in der Kleinstadt Solna, in der drei Schulkollegen gemeinsam herumhängen: Hakan, der seinem rechtsradikalen Bruder nacheifert, Dick, der prinzipiell die falschen Klamotten trägt und Steppo, der nach dem Tod seines Vaters nichts als Leere empfindet. Nach seinem hervorragenden Debut „Brando“ beweist Engström auch hier, mit welch souveräner Dichte er aus einer jugendlich-männlichen Innenperspektive erzählen kann und schafft Charaktere, die sich in keine Schublade stecken lassen. Aus dem Schwed. von Birgitta Kicherer |
Joachim Friedrich Hausordnung beachten, pünktlich sein, keine Drogen, kein Zoff. Solche Erinnerungsbruchstücke tauchen plötzlich im von einer Totalamnesie geprägten Bewusstsein Annas auf, wenn sie mit kaltem Wasser in Berührung kommt. Diese Bewusstseinsinhalte passen so gar nicht zum neuen Leben der Jugendlichen, die von ihren reichen Eltern nach der Entlassung aus dem Krankenhaus überbehütet und isoliert hartnäckig nach ihrem früheren Leben vor dem Unfall sucht. – Joachim Friedrich, als humorvoll-satirischer 4 1/2 Freunde-Kinderkrimi-Autor bekannt, zeigt auch Talent für erzählerisch anspruchsvolle Jugendkrimis.
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Catherine Gilbert Murdock Seit sich der Vater der Familie Schwenk beim Miststreuen die Hüfte gebrochen hat, kümmert sich die 15-jährige DJ um die „Schwenk Farm“. Frühmorgens steht sie auf, versorgt die Tiere, fährt die Heuernte ein, macht den Stall sauber ... Für Turbulenzen in DJs ruhigem Landleben sorgt Brian Nelson, der Footballstar der Nachbarschule, der plötzlich am Hof helfen soll. Klassische Teenager-Themen, wie das sichere Gefühl, hässlich zu sein, die Krise mit der besten Freundin und Familienkonflikte werden auf sehr erfrischende Weise abgehandelt, indem Tiefgründigkeit und Einfühlsamkeit mit sarkastischen Einwürfen wechseln. Aus dem Engl. von Gerda Bean |
Faiza Guène „Meine Mutter sagt, mein Vater hat uns verlassen, weil es so geschrieben stand. Bei uns heißt das Mektoub. Das ist so was wie das Drehbuch eines Films, in dem wir mitspielen. Das Problem ist nur, dass unser Drehbuchautor nichts taugt.“ Die aus Marokko stammende 15- jährige Doria lebt mit ihrer Mutter in der Cité du Paradis, in den Banlieues von Paris. Auch dann, wenn sich gerade keine Journalisten für diesen Teil der Welt interessieren, fühlt sich das Leben hier manchmal an, als hätte Allah drauf gespuckt. Strukturelle Gewalt und Bildungsnachteile kommen in diesem Buch in gleichem Ausmaß zur Sprache wie berührende Momente des Miteinander. Aus dem Franz. von Anja Nattefort
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Phillip Gwynne Ein Mulloway ist nicht irgendein Fisch. Er ist, wie sein Name in der Sprache der Aboriginees bedeutet, „der Größte“. Ein Mythos. Und Hunter Vettori, der ihn jagt, ist nicht irgendein Junge. Seit sein Vater beim Felsenfischen spurlos verschwunden ist, ist seine Welt aus den Fugen geraten. Eine herausragende Hommage an die Individualität, an die Bedeutung und Berechtigung von Wünschen und Zielen. Aus dem australischen Engl. von Ilse Rothfuss |
Julie Hearn 1645: Das junge Mädchen Nell wohnt bei seiner Großmutter, der weisen Frau, von der es auch die traditionelle Heilkunst erlernt. Die beiden leben in einer Welt der Naturkräfte, in der auch Kobolde und Elfen noch ihren Platz haben. Da der neue Pfarrer mit Vehemenz solche alten Traditionen verteufelt, sind ihm gerade Nell und ihre Großmutter ein besonderer Dorn im Auge. Schaurig schön, wunderbar witzig, unerwartet, außergewöhnlich – unbedingt lesen! Übersetzt von Christa Holtei |
David Klass Der 17-jährige Jeff und seine Eltern haben sich in einem beschaulichen amerikanischen Küstenstädtchen eine zweite Existenz aufgebaut, nachdem Jeffs älterer Bruder Troy wegen Mordes verurteilt worden war. Doch bald zeigt die mühsam errichtete Idylle erste Sprünge: Troy wird begnadigt und kommt aus dem Gefängnis zurück nach Hause. So bedrückend das Thema auch sein mag, so spannend ist es aufbereitet. Klass legt damit einen Roman vor, der in jedem Fall reichlich Stoff für intensive Diskussionen liefern wird! Aus dem Engl. von Alexandra Ernst |
Robert Klement „Das Unerhörte ist alltäglich geworden“ (Ingeborg Bachmann): Die vielen Flüchtlinge, die allwöchentlich irgendwo Europas Küsten ansteuern, und die Zigtausenden, die von irgendwo unterwegs sind Richtung Europa, sind so alltäglich geworden, dass sie aus den Medien und damit aus unserem Bewusstsein entschwinden. Einer Handvoll von ihnen hat Robert Klement in „70 Meilen zum Paradies“ Namen und nachfühlbare Schicksale gegeben, nicht erfundene Lebensläufe, sondern sorgfältig vor Ort recherchierte. Ein Buch, das auch Erwachsenen unter die Haut geht. Es schreibt den Lesenden menschliche Tragödien ins Herz, gibt aber keine Antworten. Das ist seine Stärke, denn für Lösungen reichen 140 Seiten ohnehin nicht. Wien: Jungbrunnen 2006 |
Ron Koertge Wie schon in seinem Vorgänger „Monsterwochen“ erzählt Ron Koertge auch hier vom Zusammentreffen eines scheinbar unmöglichen Paares: Ein Junge, der bei einer älteren Frau lebt, die nicht seine Mutter ist, trifft ein außergewöhnlich schönes, verlorenes Mädchen, das im realen Leben wohl nie mit diesem Jungen reden würde. Hier tut sie es aber – der Beginn einer wunderbaren Freundschaft ... Aus dem Engl. von Heike Brandt |
Marjaleena Lembcke Sehr zärtlich und mit dem Blick großer Verwunderung beschreibt Marjaleena Lembcke, wie ein Mädchen aus ihrem Dornröschenschlaf erwacht, sich die Welt zueigen macht, aber durch das Fallenlassen ihres Schutzschildes bloß und verletzbar wird. Ein feines Buch, das das Finnland der 1960er Jahre heraufbeschwört und den Leser in sich hineinzieht wie in eine neue Jahreszeit. München: Nagel & Kimche 2006 |
Stephanie Meyer Ein Liebesroman. Und ein Vampirroman. Wobei das Moment des Schaurigen nicht von finsteren Gestalten ausgeht, die nachts aus Särgen steigen und denen nur per Holzpflock beizukommen ist. Vielmehr entsteht die Spannung der wunderbar anachronistisch gestalteten Geschichte aus der scheinbaren Unerfüllbarkeit der Sehnsucht der beiden jugendlichen Hauptfiguren: Das Bedürfnis, Isabel nahe zu sein, geht für Edward Hand in Hand mit dem Bedürfnis ihr das Blut wortwörtlich aus den Adern zu saugen ... Aus dem Engl. von Karsten Kredel |
Rodman Philbrick Mit einem Vater zu leben, der die meiste Zeit trinkt und fern sieht und manchmal sogar weint, wenn man ihm einen Pfannkuchen serviert, ist nicht gerade lustig. Seit dem Tod der Mutter ist Skiff mit ihm alleine und oft ist das ganz schön mühsam. Der Vater fährt nicht einmal mehr zum Fischen raus und inzwischen ist sogar schon sein Boot, die „Mary Rose“, vermodert und gesunken. Und weil Skiff diesen – so symbolischen – Anblick nicht mehr aushalten will, entschließt er sich, das Boot zu heben und zu renovieren. – Philbrick erzählt mit viel Humor, freundlichem Sarkasmus und einer gehörigen Portion Hochspannung eine „echte Männergeschichte“. Aus dem Engl. von Uwe M. Gutzschhahn |
Do van Ranst Die 15- jährige Erzählerin wohnt am Ende der Welt, da, wo alles aufhört. Hier in der Kurve vor einer nicht fertig gebauten Brücke liegt ihr Haus, in das schon viele Autos reingerast sind. Das Mädchen träumt viel, unter anderem, das eines Tages auch der, der für sie bestimmt ist, in ihr Haus und in ihr Herz rasen wird. Do van Ranst hat hier ein wunderbares Buch über das Begreifen einer kleinen Welt und das Erwachsenwerden geschrieben. Aus dem Niederländ. von Andrea Kluitmann |
Jerry Spinelli Ein Junge rennt um sein Leben. Er weiß nicht, woher er kommt, wer seine Eltern sind, noch wie er heißt. An den Körper gepresst ein Stück Brot. Im Nacken die, die ihn verfolgen: die Deutschen. Die sind, 1939 in Warschau, den Juden auf den Fersen, um sie zu vernichten. „Was bin ich froh, dass ich kein Jude bin.“ Sagt der Junge. Der nicht weiß, ob er ein Jude ist. Und Uri, kaum älter als er, der ihn aufgegriffen hat und seitdem rettet, sagt: „Freu dich nicht zu früh.“ Aus dem Engl. von Andreas Steinhöfel |
Karlijn Stoffels Der 13-jährige Issa lebt im Seeviertel, einer fast nur von MigrantInnenen bewohnten Vorstadt von Amsterdam. Er hat größte Lernschwierigkeiten, ständiges Kopfweh, ist zu schüchtern, um ein Mädchen anzusprechen, und zu ungeübt, um seine Bedürfnisse zu artikulieren. Doch mit ungewöhnlichen Lernmethoden und -inhalten wird Issa an der neuen Förderschule auch Selbstvertrauen vermittelt. Und das braucht er dringend, als er, um seine heimlich verehrte Mitschülerin Farah aus einem zwischen den Vorstadtvierteln tobenden Bandenkampf zu retten, mitten in das Getümmel gerät und verletzt wird. Ein spannendes, unterhaltsames und zutiefst berührendes Jugendbuch. Übersetzt von Mirjam Pressler |
Tommy Wieringa Fransje ist der Sohn eines Schrotthändlers, nach einem Unfall gelähmt bis auf einen Arm, einer, der immer nur schreibt, alles sieht, aber nichts sagt, der ideale Erzähler, genannt Fransje der Arm. Der Inhalt des Romans ist der jeder Coming-of-Age-Geschichte: die Jahre des Erwachsenwerdens, geprägt von Ablösung und Aufbruch, Sehnsucht nach Liebe, Gier nach dem Körper, großen Empfindungen – in jede Richtung, Freundschaft und Verrat. Ein sinnliches Lesevergnügen – jedenfalls für Hartgesottene. Aus dem Niederländ. von Bettina Kuba |
Martina Wildner Wenn das Wohlergehen einer Jugendlichen in den Händen eines älteren Mannes vom Fehlerberechnungsamt liegt, muss man aufs Schlimmste gefasst sein. Michelle jedenfalls gerät in einen Strudel aus Schuleschwänzen, Sachbeschädigung, Diebstahl und Flucht, der als „Fehlerkette“ rot auf Sachbearbeiter Schmidts Bildschirm aufleuchtet. Eine spannende, amüsante und auch in formaler Hinsicht bemerkenswerte Geschichte. Berlin: Bloomsbury 2006 |
Markus Zusak Dem leidenschaftlichen Kartenspieler Ed Kennedy, 19, werden mit der Post Spielkarten zugeschickt, auf denen rätselhafte Botschaften zu lesen sind, deren Bedeutung nach und nach Eds ruhiges Leben auf den Kopf stellen. Eine Geschichte, die zum Nachdenken und zum Lachen gleichermaßen anregt, die sich mit existenziellen Themen wie Einsamkeit, Liebe, Gewalt beschäftigt und durchgehend spannend bleibt. Aus dem Engl. von Alexandra Ernst |
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