Jugendbücher 2008

                                             
 

 

 

 

 

Michael Bauer
Nennt mich nicht Ismael!

Große Reden
Der 14jährige Ismael leidet: Unter seinem Vornamen, der ihn seiner Überzeugung nach zum Versager prädestiniert, und vor allem unter Barry Bagsley. Bis ein neuer Mitschüler alles verändert – mit Intellekt und Eloquenz und der Gründung eines Debattierklubs, in dem sich plötzlich auch Ismael wiederfindet. Eine köstliche Geschichte voll witziger Dialoge und skurriler Situationen über Freundschaft, Liebe, Lachen und die Macht der Sprache. Pointiert, phantasievoll und temporeich.

Aus dem Englischen von Ute Miehr
München: Hanser 2008
340 S., € 13,30;
ISBN 978-3-446-23037-8, ab 12

 

Kevin Brooks
The Road of the Dead

Abgründiges Moor
Als ihre Schwester Rachel im englischen Moor vergewaltigt und ermordet wird, machen sich die beiden Brüder Ruben und Cole auf eigene Faust auf, um den Täter zu finden. Dabei werden sie mit Menschen konfrontiert, deren Brutalität und Dumpfheit jegliche Menschlichkeit vermissen lassen. Das einzige Mittel, mit dem man ihrer Gewalt gegenüber treten kann, ist – Gegengewalt. Ein ungemein spannender, aber auch sehr beklemmender Thriller, der Anlass zur Diskussion sein kann.

Aus dem Englischen von Uwe Michael Gutzschhahn
München: dtv 2008
352 S., € 12,30;
ISBN 978-3-423-71286-6, ab 14

 

Hadley Dyer
Der Tag, als Johnny Kellock starb

Heißer Sommer
Halifax 1959: Rosalie langweilt sich. Doch dann passiert in diesem heißen Sommer, in dem sie 12 wird, doch noch einiges: Ihre Mutter bricht sich den Fuß, ihr Cousin verschwindet und der Junge, den alle Totengräber nennen, arbeitet in ihrem Garten. Plötzlich wird dem Mädchen klar, dass jeder sein kleines Geheimnis hat. Eine feine langsame Familiengeschichte, in der die Atmosphäre einer kanadischen Stadt der 1950er Jahre für die LeserInnen lebendig wird.

Aus dem Englischen von Brigitte Jakobeit
Hamburg: Carlsen 2008
168 S., € 13,30;
ISBN 978-3-551-58187-7

 

Peter van Gestel
Wintereis

Amsterdam, Februar 1947. Thomas hat seine Mutter durch Krankheit verloren, die Eltern von Zwaan und der Vater von Bet wurden von den Nationalsozialisten ermordet. In der langsam wachsenden Freundschaft zueinander lernen die drei, Gefühle zuzulassen und über ihre eigene Geschichte zu reden.
Der atmosphärisch dichte, sehr literarische Roman, der ebenso heitere wie traurig-schöne Passagen zu bieten hat, erzählt zurückhaltend aber überzeugend über die Verfolgung und Ermordung von Juden im besetzten Holland.

Aus dem Niederländ. von Mirjam Pressler
Weinheim: Beltz & Gelberg 2008
336 S.; € 18,40; ISBN 978-3-407-81040-3 ;
ab 12

 

John Green
Die erste Liebe
(nach 19 vergeblichen Versuchen)

Als Colin Singleton, Wunderkind und Außenseiter, nach seinem Highschool-Abschluss zum neunzehnten Mal in seinem Leben von einem Mädchen namens Katherine sitzen gelassen wird, ist das nicht das Ende, wie er meint, sondern ein Anfang: Auf der Abenteuerfahrt mit seinem einzigen Freund Hassan wird ein Nest in Tennessee zum Schauplatz neuer Begegnungen und einer Herausforderung namens ?Selbstfindung?.

Zwei extreme, mehr als unterschiedliche Charaktere bieten tempo- und pointenreiches Lesevergnügen. Inklusive der sehr brauchbaren mathematischen Formel zur Berechnung, wer von zwei Partnern die Beziehung wann beendet!

Aus dem Amerikan. von Sophie Zeitz
München: Hanser 2008;
288 S.; € 15,40; ISBN 978-3-446-23091-0

 

Patricia McCormick
Verkauft

Unglaubliches Leid
Die dreizehnjährige Lakshimi lebt in einem kleinen Dorf in Nepal, bis sie von ihrem Stiefvater als Prostituierte nach Indien verkauft wird. Schonungslos aber hochsensibel wird das Schicksal des Mädchens im „Haus der Heiterkeit“, wie das Bordell genannt wird, in einer beinahe poetischen Sprache beschrieben. Für LeserInnen eine große Herausforderung, die sich aber lohnt.

Aus dem Englischen von Alexandra Ernst
Frankfurt: S. Fischer 2008
320 S., € 14,30;
ISBN 978-3-596-85243-7, ab 15

 

Blake Nelson
Paranoid Park

Die illegale Skateranlage "Paranoid Park" in Portland, Oregon, trägt ihren Namen nicht ohne Grund. Für den Ich-Erzähler wird er zum Ausgangspunkt einer schicksalhaften Wendung, die sein ganzes Leben prägen wird. Ein Mensch stirbt durch seine Hand ? Unfall, Notwehr? Allein mit sich selbst wird der namenlose weiße Junge aus dem Mittelstand von den Fragen nach Schuld und Sühne, von der Angst vor und der Sehnsucht nach Entdeckung getrieben. Tipp: Auch die gleichnamige Verfilmung von Gus van Sant ist höchst sehenswert!

Aus dem Amerikan. von Heike Brandt
Weinheim: Beltz & Gelberg 2008;
184 S.; € 13,30, ISBN 978-3-407-81039-7;

 

Sally Nicholls
Wie man unsterblich wird

Bemerkenswertes Debüt einer jungen englischen Autorin: In Form von Tagebucheintragungen, Listen und sachlichen Informationen über alle möglichen Dinge erzählt der an Leukämie erkrankte elfjährige Sam aus den letzten drei Monaten seines Lebens. Er stellt Fragen über das Leben und das Sterben, Fragen, die Erwachsene vermeiden, und er sucht eigene Antworten. Ein trauriges und dabei wunderbar leichtes Buch, niemals weinerlich, stellenweise sogar komisch, das viel Lebensfreude und Lebensmut vermittelt.

Aus dem Engl. von Birgitt Kollmann
München: Hanser 2008;
200 S.; € 12,90; ISBN 978-3-446-23047-7

 

 Joyce Carol Oates
Nach dem Unglück schwang ich mich auf, breitete meine Flügel aus und flog davon

Tiefe Verzweiflung
Nur knapp überlebt Jenna den Autounfall, bei dem ihre Mutter stirbt. Das neue Leben bei ihrer Tante verweigert sie so wie die Erinnerung an die Katastrophe. In der Freundschaft zur wohlstandsverwahrlosten Trina zieht sich der Kreis der im Krankenhaus begonnenen Medikamentensucht enger, verbindet sich mit Alkohol, Lügen und Regelbrüchen aller Art, bis es zur Eskalation kommt. Erst danach kann Jenna mit ihrem traumatischen Erlebnis zurecht kommen und neu anfangen. Formal präzise gearbeiter Jugendroman, der emotionalisiert.

Aus dem Englischen von Birgitt Kollmann
München: Hanser 2008
272 S., € 16,90;
ISBN 978-3-446-20986-2, ab 14

 

Shaun Tan
Ein neues Land

Ein Vater muss seine Familie zurücklassen, kommt in einem neuen Land an, lernt langsam, sich dort zurechtzufinden und sich ein neues Leben aufzubauen, bis er Frau und Tochter nachholen kann. Der australische Ausnahmekünstler erzählt die Geschichte von Fremdheit, Aufbruch und Ankunft ohne Worte, in hunderten von kleinen Bildern und großen Tableaus, sepiafarben auf braunem Grund, wie uralte Dokumente. Ein alle Rahmen sprengendes, emotionales und ungemein intensives Schauerlebnis!

Hamburg: Carlsen 2008;
128 S.; € 30,80; ISBN 978-3-551-73431-0

 

   
 

Bilderbücher 2008

Kinderbücher 2008