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Am Anfang war das Rezensionsexemplar – Von Ralf Schweikart
          Objekte der Kritik
          Definition der Kritik
          Orte der Kritik
          Exkurs: Wie neue Kinder- und Jugendliteratur mal wieder nicht                     stattfindet
          Macher der Kritik
          Formen und Stil der Kritik
          Adressaten der Kritik
          Kritik der Kritik
          Forderungen an die Kritik

Toyota, Martha Jameson – Ein Geständnis von Paulus Hochgatterer

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    Ralf Schweikart war einige Jahre als verantwortlicher Lektor im Verlag Rowohlt für rotfuchs zuständig. Zur Zeit ist er - gemeinsam mit Brigitte Briese – Chefredakteur des Fachmagazins Bulletin Jugend + Literatur

Es war im Anschluss an die Verleihung des Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreises 1999, als mich ein Mann mittleren Alters ansprach. Ob ich der Kinderbuchlektor sei, fragte er. Er wolle mich nämlich etwas fragen. Wie man Kinderbuchlektor werde. Er kenne da eine Frau, die habe ein fulminantes enzyklopädisches Wissen um das Kinderbuch an und für sich und besonders im Speziellen, sei von exorbitanter Belesenheit, und er denke, dies sei doch die allerbeste, ja, sozusagen Grundvoraussetzung, um Kinderbuchlektorin zu werden. Auf diese Eröffnung hin versuchte ich ihm verständlich zu machen, dass es zwar eine hilfreiche, aber keinesfalls die einzige und entscheidende Qualifikation sei, möglichst viele Kinderbücher gelesen zu haben, und wie schwierig doch der Einstieg hin zu einer Tätigkeit als Lektorin sei. Wer sich deshalb ernsthaft in diese Richtung orientieren möchte, der habe oft nur die Möglichkeit, als Gutachter für Verlage erste Beweise seiner Urteilsfähigkeiten abzuliefern. Jaja, wuchs sogleich die Begeisterung in der Stimme meines Gegenübers, er sei auch immer wieder überrascht, auf welche Details und Hintergründe sie bei Bildern und Texten derart gut achte und mir nichts, dir nichts Dinge herauslesen könne, auf die er selbst nie gestoßen sei. Und Grundschullehrerin sei sie. Gewesen. Da wisse sie eben auch, was bei Kindern gut ankäme. Aus langjähriger Praxis. Also erklärte ich ihm ausführlich, wie gering doch die Chancen seien, wie umkämpft die wenigen Stellen, wie hart die Konkurrenz. Sein freundliches Lächeln wandelte sich zusehens ins starr-verkrampfte, und auf die im Anschluss an solche Gespräche gern gestellte Frage, ob man denn vielleicht ein Visitenkärtchen mit der Verlagsadresse habe, verzichtete er ersatzlos. Situation entschärft. Die Grundschullehrerin wird wahrscheinlich für's erste vor der herzlosen Verlagswelt gewarnt sein. Aber sie kann sich ja rächen, denn eine andere, ernsthafte Karrierechance wartet noch auf sie: Die als Kinderbuchkritikerin.

Dieses Ereignis umschreibt nur zu gut, wie wenig sich die Grundfragen der Wertung und Bewertung von Kinderliteratur, ganz gleich ob für Lektoren oder für Journalisten, für Lehrer oder für Rezensenten, seit der Tagung "Zwischen allen Stühlen. Zur Situation der Kinder- und Jugendliteratur-Kritik" vor nunmehr 12 Jahren in Tutzing verändert haben. Welche Maßstäbe liegen einer Kritik zu Grunde, von welcher Basis aus wird argumentiert? Steht der Leser im Mittelpunkt oder das Werk? Wie verhalten sich Form und Inhalt zueinander? Welcher Blickpunkt ist dem Buch angemessen? Die zwei Jahre später in einem Textband zusammengefassten und durch aktuelle Aufsätze ergänzten Vorträge der damals ersten Garde an Literaturwissenschaftlern und Kritikern wie beispielsweise Malte Dahrendorf, Bettina Hurrelmann, Winfried Kaminski, Barbara Scharioth oder Sybil Gräfin Schönfeldt beschreiben in vielerlei Facetten den unauflöslichen Zwiespalt und Widerspruch zwischen dem vermeintlich kindgerechten und dem vermeintlich autonom-künstlerischen Anspruch der Literatur und damit auch der Kritik. Ob "Dem Leser Diener oder Freund?" oder "Kinderliteratur und Kinderliteraturkritik: eine ungeklärte Beziehung", ob "Die notorischen Dilemmas sind keine Entschuldigung" oder eben "Zwischen allen Stühlen": In den einzelnen Titeln der Vorträge spiegelt sich das bis heute anhaltende ungeklärte und unerklärbare Schlingern und Lavieren einer dezidierten Kinder- und Jugendliteraturkritik wider.

Die Kinder- und Jugendliteraturkritik spielt die Rolle einer kleinen Schwester, von der man nicht genau weiß, ob sie nun schon allein mit Messer und Gabel essen kann oder ob man ihr besser alles vorher in kleine Häppchen schneiden soll. Auf breiter Front wurde erst der Kinderliteratur die allgemeine Literaturreife attestiert, um damit die Bemühungen einer Literaturkritik ohne Wenn und Aber rechtfertigen zu können. Dem gegenüber stand die berechtigte Frage, welche Rolle denn in dieser vom Werk aus argumentierenden und im Sinne einer ästhetischen Wertung selbstbezogenen Kritik der Leser spielen solle. Ja, teilweise war es dann ein Mangel an Selbstvertrauen dem Objekt Literatur für Kinder und Jugendliche gegenüber, oder ­ pragmatisch ­ an analytischem Handwerkszeug, der Rezensenten doch wieder zum Rückzug zu den Kriterien des funktionalen Lesens bewegte und damit in eine strenge Gebrauchswert-Kritik. Diese zwei Herzen in der Brust der Kritiker, jeweils eingefordert von den lautstarken Fürsprechern der jeweilig anderen Seite, lähmen auch heute noch den auf der Tagung 1988 geforderten und in Ansätzen schon erkennbaren Quantensprung zu einer den Namen Kritik rechtfertigenden Auseinandersetzung mit Literatur für Kinder und Jugendliche.

Dass alle Beteiligten seither in ihrer sprungbereiten Position wie eingefroren verharren, hat seine Ursachen in vielen unausgeräumten Widersprüchen und offensichtlichen Systemunklarheiten. Ich möchte versuchen, zumindest einige davon zu benennen.

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Objekte der Kritik
Eine profane Feststellung: Kinder- und Jugendliteraturkritik bezieht sich per definitionem auf Kinder- und Jugendbücher. Diese sind, vom Terminus her, Zielgruppenliteratur. Sie sind ein Angebot an eine bestimmte Gruppe von Lesern, die durch Hinweise über das Alter genauer eingeschränkt wird. Beim Sachbuch behilft man sich mit dem Zusatz für Kinder/für Jugendliche, obwohl hier schon zum ersten Mal ein weiter gefasster Gattungsbegriff auftaucht. Beim Bilderbuch ist dann der höchste Komplexitätsgrad erreicht. Bis zu welchem Textanteil ist ein Buch noch ein Bilderbuch? Wie grenzt man Lesealter ein? Macht das überhaupt Sinn? Und wohin mit Comics?

Beim Bilderbuch erhebt sich also die Gattungszuordnung über alle anderen Formen der Kategorisierung, die Bücher sind mit Zielgruppenliteratur nicht mehr oder nur in besonderen Erscheinungsformen wie Pappbilderbüchern und Leselerngeschichten zu beschreiben. Ein Umstand, der sich auch in den Kritiken niederschlägt. Sehr viel häufiger sind dort kunsthistorische und ästhetische Argumentationen und Verweise anzutreffen, ist es gänzlich unproblematisch, wenn aus einer kinderfernen universitären Warte kritisiert wird wie beispielsweise von Dietrich Grünewald oder Jens Thiele.

So eindeutig die Zuschreibung Zielgruppenliteratur auf den ersten Blick scheinen mag, so vielschichtig stellt sie sich in der Praxis dar. Denn zu Zielgruppenliteratur werden Bücher nicht nur durch die Etikettierung des Absenders, also vor allem des Verlages, sondern auch durch die Wertung des Empfängers. Benjamin Leberts Erfolgstitel "Crazy" ist sicherlich ein vom jungen Lesepublikum dankbar angenommenes Jugendbuch, der Absender jedoch kein Jugendbuchverlag. Eine Mehrdeutigkeit, an der sich im Zusammenhang bei-spielsweise mit Juryarbeit oder der Verleihung von Jugendliteraturpreisen immer wieder kontrovers geführte Diskussionen entzünden.

Und so stellt sich nicht nur die Frage, wie sich die Kinder- und Jugendliteraturkritik mit ihren Objekten auseinandersetzt, sondern ob es überhaupt die relevanten Objekte sind, die sie betrachtet.

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Definition der Kritik
Aber was ist unter dem Oberbegriff literarische Kritik überhaupt zu verstehen? Hans-Heino Ewers schlägt folgende Definition vor:
Literarische Kritik [...] fragt, um es auf einen Satz zu bringen, nach dem Sitz eines Werkes in der Literatur. Sie fragt nach seinem Verhältnis zu vorausgegangenen Werken derselben Gattung. Folgt es Formtraditionen oder bricht es mit ihnen? Ist es ästhetisch innovativ, gar revolutionär, oder konventionell? Eröffnet es der Literatur neue Möglichkeiten der Wirklichkeitsanalyse, neue sprachliche oder stilistische Verfahren? Wo lebt es von fremden Ideen, wo zeigt es Originalität, worin erweist es sich als unverwechselbar und einzigartig? (Ewers 1990, S. 88)
Ein Ansatz, der sich ausschließlich auf das Werk selbst und den Vergleich mit anderen Werken bezieht und von seinem Grundgedanken her eine werkimmanente Wertung impliziert. Ewers ist damit im weitesten Sinne dem Bestimmungsgrund des Ästhetischen im Rahmen der literarischen Wertung verbunden, der dem offenen Charakter von Texten insofern Rechnung trägt, als dass er ein vom Leser ausgehendes Urteil nicht als maßgeblich miteinbezieht. Diese Definition gilt darüber hinaus im Gesamtsystem Literatur und versucht nicht, die Kinder- und Jugendliteratur als Subsystem mit eigenen Wertmaßstäben zu begreifen.

Kritik als Form der wertenden Kommunikation über Literatur benötigt kein publizistisches Forum. Die literarischen Salons produzierten ebenso orale Kritik wie das Kaffeehaus oder der Dialog zwischen Interessierten. Dennoch verbindet sich mit literarischer Kritik vor allem das Feuilleton als Sammelbecken öffentlicher Kulturberichterstattung und die darin vorgenommene Wertung von Kulturleistungen. Dabei ist dem Begriff Kritik etwas Schwammiges eigen, selbst wenn er nur auf Bücher bezogen ist.
Kritik, so scheint mir, wird als umfassendster Begriff angesehen und ist an keine Form gebunden. Die Bezeichnung Rezension findet sich meist im Zusammenhang mit feuilletonistischer Kritik in allgemeinen Medien, während die Buchbesprechung in der Regel an sich selbst den Anspruch stellt, vor allem sachliche Informationen und Hinweise für den praktischen Umgang mit Literatur zu geben. (Scharioth 1990, S. 94)
Bleiben wir in diesem Vortrag aber bei Kritik als umfassendem Begriff, der sich in den einzelnen Medien vor allem durch die medialen Bedingungen, nicht aber durch den Umgang mit Literatur unterscheidet.

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Orte der Kritik
Das große, weite Feld der literarischen Kritik, das von einer Veranstaltungsform wie dem "Literarischen Quartett", über die Literatursendungen in den Dritten Fernsehprogrammen oder auf 3sat, den literarischen Hörfunksendungen wie beispielsweise dem Büchermarkt im Deutschlandfunk, über die Feuilletonwelt der größeren Zeitungen und Zeitschriften bis in die kleinen und kleinsten und spezialisiertesten Fachorgane reicht, und seit neuestem auch Internetseiten miteinbezieht, spiegelt sich weitestgehend auch in der Kinder- und Jugendliteraturkritik wieder.

Trotz des sprunghaften Anstiegs der Zahl der Fernsehsender bleibt das Kinderbuch als Sendungsthema ein seltener Fall für den Nischenkultursender 3sat. Meiner Kenntnis nach gibt es eine Sendung wie "Fortsetzung folgt nicht ..." im gesamten deutschsprachigen Raum nicht mehr. Immerhin jeden Samstag darf die Kinderliteratur im Hörfunk-Büchermarkt im Deutschlandfunk ran, die großen Tageszeitungen wie "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ), "Süddeutsche Zeitung" (SZ), "Stuttgarter Zeitung" und die Wochenzeitung "Zeit" haben im vierwöchigen Rhythmus jeweils eine Seite reserviert, dazu jeweils einen unterschiedlich großen Anteil an den Literaturbeilagen zu den Buchmessen und klassischen Buchverschenkanlässen wie Ostern und Weihnachten. Zu diesen beiden Terminen erscheint auch die Kinderliteraturbeilage der "Frankfurter Rundschau". Auf dem Feld der Fachzeitschriften tummeln sich neben "Bulletin Jugend & Literatur", "Eselsohr", "1000 und 1 Buch", "Beiträge Jugendliteratur und Medien" und "Fundevogel", auch die Organe der Bibliotheksverbände, Lehrer und Erzieher. Nun mag man mit dem Hinweis auf die hohe Zahl der Neuerscheinungen oder den Marktanteil von Kinder- und Jugendbüchern an der Quantität mäkeln, aber objektiv gesehen ist alles da, was man für's literarische Leben publizistisch braucht.

Beim genaueren Blick auf die Inhalte sieht es schon anders aus. In den Feuilletons der großen Zeitungen vermisst man oftmals andere journalistische Textformen als die Besprechung eines oder mehrerer Bücher. In den Fachmedien wäre sehr wohl das Platzangebot für Porträts, Reportagen, Essays oder Leitartikel. Aber obwohl "Bulletin Jugend & Literatur", "Eselsohr", "Fundevogel", "Beiträge Jugendliteratur und Medien", "JuLit" des Arbeitskreises für Jugendliteratur e.V., "Das Kinderbuch", "JugendLiteratur" und "1000 und 1 Buch" sich ausschließlich mit dem Thema Kinder- und Jugendliteratur bzw. -medien befassen und sich auch teilweise nicht über Werbung refinanzieren müssen, fehlen sie oft auch dort. Wenn doch, geschieht das meist in einer Form, die außer der reinen Informationsvermittlung keinerlei Diskussionsanlass eröffnet oder gar Lesegenuss vermittelt. Fast scheint es, als wollten manche Kritiker mit dem Grad der Ernsthaftigkeit den teilweise noch vorhandenen Makel der Kinderliteratur als literarisches Randphänomen kompensieren.

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Exkurs: Wie neue Kinder- und Jugendliteratur mal wieder nicht stattfindet
Die Jugend liest nicht, heißt es. Aber seit Neuestem schreibt sie. Erzählungen, Romane, Kurzgeschichten "am Ende des Jahrtausends", die sie auch gerne, Adel verpflichtet, gegenseitig in Anthologien herausgibt. Das müsste niemanden allzusehr interessieren, tut es aber doch. Denn begierig hat die große Literaturkritik die Benjamins entdeckt und deren Textwerke sogleich in einen Diskurs über eine neue Autorengeneration überführt, auch und gerade weil die vornehmlich unter 25jährigen
vielleicht nicht im alten Sinne Literatur und Leben, aber doch Literatur und Lebensstil zur Deckung bringen wollen. (Iris Radisch)
Popliteratur eben. Plattes Abbilden oder immanente Gesellschaftskritik? Stilistische Kunst oder geschwätziges Dahergeschreibsel? Mit diesen Fragen lassen sich noch einige Feuilletonseiten füllen und Grundsatzdebatten führen. Sogar die Titelseite der Montagsillustrierten "Spiegel" lässt sich damit trefflich wie anspielungsreich gestalten, wenn Benjamin "Bravo" Lebert and Friends mit gestreiften Blechtrommeln in die Kamera grinsen.

Und so trägt denn auch der Leitartikel von Iris Radisch in der großen ZEIT-Literaturbeilage zur "Frankfurter Buchmesse 1999. Die wichtigsten Neuerscheinungen dieses Herbstes auf 56 Seiten" den Titel:
Mach den Kasten an und schau. Junge Männer unterwegs: Die neue deutsche Popliteratur reist auf der Oberfläche der Welt
und liest sich wie die große Standortfrage zu dieser ebenso bejubelten wie an der Buchhandelskasse erfolgreichen Literatur.

Zwanzigjährige erklären die Welt. Aber wie? Können die das überhaupt, mit ihren bescheidenen Lebenserfahrungen und Mitteln? Vielleicht besser sogar, als die klingenden Namen der Literatur, die uns "Entwürfe, Utopien, Zerrbilder, Reflexion des Lebens" präsentieren und dabei immer ein Stück weit die Welt erklären müssen, ob wir das lesen wollen oder nicht? Ja, sie können es, lautet die Antwort, denn ihr Surfen auf der medial geprägten Oberfläche des Seins erzeugt oftmals mehr und höhere Wellen, als ein sich quälender Schwimmer sie jemals zustande brächte.

Ein neuer Ton, ein neuer Aufbruch. Das schürt Hoffnung, dass die Diskussion um die unsinnige wie überflüssige Abgrenzung zwischen allgemeiner Literatur hier und Literatur für Jugendliche dort endlich übergreifend geführt wird. Autoren, die kaum der Jugendbuchecke entwachsen sind und jetzt schon feuilletontaugliche Bücher produzieren, das könnte der richtige Anstoß sein. Eine Hoffnung, die genau bis zu Seite 53 eben jener Literaturbeilage reicht. Dann nämlich beginnt das Reservat Kinder- und Jugendbuch, und für den Zeitungsleser eine Zeitreise zurück in einen Ton der Tantenhaftigkeit, der aufrichtigen Vermittlung, des Bewahrens und Beschützens, den Garten der Kindheit, den die Amish-People der Kinder- und Jugendliteraturkritik hegen und pflegen und gegen die Unbillen der Pop- und Postmoderne verteidigen.

In einem großen Orchester für kleine und feine Poesie wird gezwitschert, geträllert und gesungen, und wenn Lyrik das getupfte Wort und der gehüpfte Gedanke sind, dann sind [Rotraut Susanne] Berners Illustrationen gehupft wie gesprungen? Nein, anmutige Figuren, die zierlich im Takt einen fantastischen Bildertanz aufführen.

Und nach dieser Beschreibung im Geiste das Bild einer putzmunteren Volkstanzgruppe auftauchen lassen. Die Reise zurück ins Dunkel eines langen Lebens treten in einem Bücherdoppel gleich zwei junge Frauen an, begleitet von ihren Großvätern, und es wird andernorts kühn behauptet, dass 52 "Heranwachsende" im Alter von 12 bis 20 die Frage Wie erziehe ich meine Eltern? literarisch beantwortet haben. Vielleicht mag ja die Lektüre Missverständnisse verringern und Risse sehen lernen.
Ein Satz, der so für alles Geltung hat und doch wieder nichts aussagt außer: Schön, dass wir darüber geredet haben. Die nächsten bitte.

Kein Problem, drei Seiten geballter Niedlichkeit warten ja noch. Ein hoffnungsvoller Illustrator bedient sich lustvoll der Farben der Sechziger, der Ästhetik der Fünfziger mit stilistischen Anleihen aus Surrealismus und Pop-Art und vergisst als Titelheldin keinesfalls die kinderliterarisch oft bemühte Oma. Einerlei, wie Juroren hierzulande darüber befinden ­ die Kinder werden sich mit großem Spaß für Waas! entscheiden.
Was so pauschal natürlich bloß in die Luft behauptet, aber auch wieder einerlei ist, weil die Kinder ja nichts zu entscheiden haben, es aber immer wieder Spaß macht, Juroren eins auszuwischen.

Genug gelacht, jetzt wird es aber flugs wieder ernst. Denn "Manchmal ist die Welt zum Heulen" verrät der nächste Rezensions-Untertitel und vollendet brillant wie scharfsinnig: "Auch für Kinder". Denn traurig wird's für die "neun-, dann zehn-, schließlich elfjährige Louise", schließlich stirbt ihre Mutter. Wie erzählt man eine solche Geschichte? "Behutsam", ganz klar. Aus der von uns Gegangenen wird "Ein Stern namens Mama", so dass sie für immer und ewig weiterlebt, genau wie, ja hoppla, diesmal ein Opa, in der Promenadenmischung Balaban Neumann, streng erzählt von ganz unten, nämlich aus Sicht seiner treuen Hundeaugen. Und die Leser streunen mit dem Erzähler durch Raum und Zeit, durch Prag, durch die Provinz, in Böhmen und bei uns und sicherlich an dem einen oder anderen beschnüffelnswerten Laternenpfahl vorbei. Aber das ist schon wieder ein anderes Buch.

Zurück ins pralle Leben: "Mönch liegt immer auf Nonne", aber dann ist kein Platz mehr für den Biberschwanz. "Seht, ist das nicht enorm?". Doch, doch, ist es, gerade für die jungen Leser "sagen wir von zwölf Jahren an". Gleich weiter zu "Schnipp, schnapp, der Doktor klärt den Fall" in einem Buch, "das keine Angst macht, sondern rechten Mut." Dabei hieß das offizielle Buchmessenmotto doch "Das Herz schlägt links". Und mit Tomi Ungerer und seinem Teddy "Otto" geht es zurück in die jüngste Vergangenheit und rein in eine "zum Schluß aber heitere Versöhnung". Dann öffnet Angelika Waldis ein magisches Fenster aus dem Heute ins Jahr 1899. Vielleicht sind das ja Engel: Kinder in der falschen Zeit. Oder auch wieder nicht. Neues Buch, neues Glück, überschattet, wie so oft in angloamerikanischen Romanen, von einem gewalttätigen Vater und einer zwar vorhandenen, aber resignierten Mutter. Bei der darauffolgenden "Flucht in die Wälder" soll auch das Lernen nicht zu kurz kommen, insbesondere das Durchschauenlernen von "Intrigen und Raffinessen der Erwachsenen". Was kann das anderes sein als ein leises und zugleich aufregendes Buch, das weder das Hässliche noch das Schöne verschweigt. Sonst noch was? Ja, aber nichts x-beliebiges, sondern "Liebe ­ als Kopfgeburt und Herzwärmer". Und die in diesem Zusammenhang existenzielle Frage "Wie groß muss er sein?" bleibt auch diesmal unbeantwortet.
Andere haben die Welt erklärt, jetzt geht es darum, von ihr zu erzählen. Und zwar nicht so, wie man sich das bei der Hochsicherheitsliteratur vorstellt, sondern so, wie sie ins Haus kommt, als Nachricht vom Tage, als real existierende Game-Show, als Mitschnitt des eigenen Alltags. (Radisch, S. 53) beschreibt Iris Radisch Art und Verfahren der benannten Popliteratur. Und weiter: Denn die Ästhetik des Augenscheins, den die jungen Herrenschreiber favorisieren, befreit aus dem Käfig des Gleichnisses, in dem einem begegnet, was man hineingelegt hat. Ihr Nichtangriffspakt mit der Welt ist die Voraussetzung, sie so kalt zu beschreiben, wie sie vermutlich ist. Die schnöde, respekt- bis mitleidslose Weise, in der sie sich dieser Aufgabe entledigen, ist partisanenhaft und überdies kulturkritischer, als die amtliche Kulturkritik sich träumen lässt. (ebd.) Klingt das wie ein Tabu für die Jugendliteratur und die Jugendliteraturkritik? Oder, im Gegenteil, nicht präzise wie die zeitgemäße Form dessen, was als Forderung hinter all jenen Kinder- und Jugendbuch-Rezensionen steht und sich hinter verstaubten Begriffen wie Aufklärung, zum kritischen Denken anregen, Weltsicht ermöglichen, versteckt?

Diese Literaturbeilage der "Zeit" ist nur ein wahllos herausgepicktes Beispiel, stellvertretend für all jene Medien, die ein Herz für Kinder, insbesondere für die Literatur für Kinder und Jugendliche haben. Nur erwartet man von "Spielen und Lernen" eine andere Art der Auseinandersetzung  als von den Meinungsführern des literarischen Diskurses in den Tages- und Wochenzeitungen. Der Blick auf die Besonderheiten, die Suche nach einer neuen Sprache in Bildern und Texten auch in den Rezensionen, nach dem Ton, der anderorts zu einer Hausse deutscher Jungliteraten geführt hat, fehlt. Das wurde in dieser Buchmessenbeilage so besonders offensichtlich.

Und damit auch allen Lesern klar wird, wo das gute Jugendbuch steckt, karrt der verantwortliche Zeit-Redakteur Konrad Heidkamp nur wenige Wochen später in einer kleinen Taschenbuch-Rezension nach: Eine Geschichte für Jugendliche, die ihre lesende Seele noch nicht dem Klamauk der deutschen Popliteratur verkauft haben.Sondern sich ihre Bücher immer noch von den Tanten und Onkeln der Kinderbuchkritik schenken lassen. Schade.

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Macher der Kritik
Nun hätte man ja annehmen müssen, die Feuilletons der Großprintmedien bestimmen den diskursiv zu beschreitenden Weg, und auch die Kinder- und Jugendbuchkritik partizipiert daran. Weit gefehlt. Denn obwohl sich die Macher in den Feuilletons durch die Umgebung für voll genommen fühlen und der Autonomie der Literatur das Wort reden, suchen sie im konkreten Fall gleichzeitig nach Bodenhaftung, wie sie ihnen vornehmlich der Rückzug auf das Urteil der lesenden Enkelkinder und eine von Platituden bestimmte Sprache zu bieten scheint.

Blickt man auf Selbstäußerungen der verantwortlichen Redakteurinnen, würde so mancher Satz die Grundfeste der kulturellen Kompetenz einer Feuilletonredaktion erschüttern, käme er aus anderem Munde. Ich suche gutes Lesefutter, sagt Joachim Kaiser auf die Frage, nach welchem Maßstab er die wichtigen Bücher für die Literaturseiten auswählt. Und weiter: Es gibt Bücher, die ich vom literarischen Wert her nicht besonders schätze, die aber eine Botschaft rüberbringen und auf eine gewisse Lesefähigkeit achten. Ein kaum vorstellbares Zitat. Deswegen stammen die Worte auch aus dem Mund von Roswitha Budeus-Budde, verantwortlich für die einmal monatlich erscheinende Seite mit Kinder- und Jugendbuchrezensionen in der "Süddeutschen Zeitung".
Selbstreflexion und ein Fundus literaturwissenschaftlicher Theorien reichen nicht aus. Besonders der Kritiker der Jugendliteratur muss neben dem Buch und seinem Kontext im allgemeinen Literaturgefüge die Situation des Lesers berücksichtigen, seine Bedürfnisse auch gegen die erwachsenen Vermittler vertreten und damit immer wieder in den öffentlichen Diskurs der Kinder- und Jugendkultur eingreifen. (Budeus-Budde 1999, S. 63)
Eine Äußerung, die das Schlingern der Rezensenten deutlich macht. Einerseits die Forderung nach einer soliden literaturwissenschaftlichen Basis, andererseits die Aussage, dass die allein nicht entscheidend sei, sondern der Kritiker gleichzeitig Anwalt gegen die Interessen der erwachsenen Vermittler sein müsse, obwohl die ja gerade das lesende Publikum seiner Kritik sind. Und wer den öffentlichen Diskurs über die aktuelle Kinder- und Jugendkultur bestimmt, ist ebenfalls alles andere als eine beantwortete Frage. Denn Kinder- und Jugendkultur ist mehr als nur ein kommerzialisiertes Produkt erwachsener Vermittler, sondern sehr wohl Ausdruck eigener Kreativität.

Noch eine andere Einschätzung ruft ungläubiges Staunen hervor. Die Rezensionen in der "SZ" richten sich in erster Linie an Laien, zum Beispiel interessierte Eltern. Üblicherweise sind die Leser von Literaturkritiken in erster Linie interessierte Laien, wer auch immer die Profileser sein sollen. Aber daraus ergibt sich keineswegs die Notwendigkeit, sich eines vereinfachenden Stils zu bedienen oder in der Schreibtischschublade einen intervenierenden kleinen Quotenleser zu haben wie hier impliziert. Womöglich ist die Formulierung aber auch ein eleganter Hinweis darauf, dass im Falle von Kinderliteratur alle Beteiligten zwangsläufig Laien sein müssen, weil die Literatur ja schließlich für das Fachpublikum der Kinder bestimmt ist.

Einen zumindest in der Beschreibung des eigenen Tuns gradlinigeren Weg beschreitet Monika Osberghaus, verantwortliche Redakteurin bei der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Für sie ist ein gutes Kinderbuch eines, das die Seele berührt. Wenn man es noch mehrmals lesen wird, sich einzelne Sätze merkt. Wo man sich etwas abguckt fürs Leben. (Schnettler, 6) Das unterscheidet sich wesentlich geringfügiger von dem, was ein Thomas Steinfeld oder gar ein Frank Schirrmacher über ihr Selbstverständnis als Kritiker sagen könnten. Dass nicht jede Rezension die stimmige Übersetzung dieser Forderung ist, scheint ebenso klar. Umso FAZ-bornierter klingt dann der Satz eines Literaturredakteurs über seinen Ausflug ins vermeintlich leichte Fach: Über Kinderbücher zu schreiben ist ja gar nicht so einfach. Weil ja das Dumme daran ist, dass man darüber substantiell schreiben muss.

Unter den in den Fachmedien wie Zeitungen publizierenden Kinder- und Jugendbuchkritikern existiert eine augenfällige Dreiteilung. Das Bilderbuch ist fest in der Hand von Hochschulmitarbeitern und Professoren aus den Bereichen Kunst, Kunstpädagogik, Kunstgeschichte und Ästhetik. Ein ähnlicher Fall ist das Jugendbuch. Auch hier tobt sich in der Kritik einerseits die Universität als Keimzelle eines aktuellen literarischen Diskurses, andererseits eine breite Gruppe übergreifend arbeitender Kritiker aus. Das Kinderbuch selbst ist eher schwach besetzt. Kein Wunder. Die Literarisierung der Kinderliteratur und damit auch die Umsetzung der Forderung "Literaturkritik muss selbst Literatur sein" (Ewers 1987) wird dann konstatiert, je mehr sich das Objekt den Regeln der allgemeinen hohen Literatur anpasst. Das ist eher in der Jugendliteratur der Fall.

Der Mangel an Ausdrucksmöglichkeiten durch enge Platzvorgaben und den Willen zum Bücherloben hat auch einen Mangel an Kritiker-Persönlichkeiten zur Folge. Der Kreis der Rezensenten ist zwar oftmals auf ein einziges Medium beschränkt, aber weder macht man innerhalb einer kinderliterarischen Gattung spezialisierte Kritiker aus, noch fallen sie durch besondere stilistische Merkmale auf. Der Vorteil ist die Konzentration auf das besprochene Buch, der Nachteil eine oftmals willkürliche Zusammenstellung, die sich vielfach in keinster Weise an den immanenten Textbesonderheiten festmacht.

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Formen und Stil der Kritik
Aus Mangel an Platz bleibt auch die Art und Weise des Schreibens über Kinderliteratur vom Mangel bestimmt. Die vorherrschende Form ist die Besprechung, und die bitte verstanden aus einer positiven Einstellung zum Buch heraus. Kein Wunder. Bei den Tages- und Wochenzeitungen herrscht eindeutig die Ansicht vor, wenn sowieso nur wenig Platz zur Verfügung steht, dann doch bitte nicht für den Hinweis, was man besser nicht lesen solle.

Barbara Scharioth hat in ihrem eingangs erwähnten Vortrag in Tutzing versucht, die Begrifflichkeiten Kritik, Rezension, Besprechung näher zu klassifizieren und deren gravierendste Unterschiede festzumachen. Unterschiede, die sehr vage bleiben müssen. Denn die benannten Schwächen der Rezensenten ziehen sich gleichermaßen durch alle drei Formen.
Das Dilemma vieler Bilder-, Kinder- und Jugendbuchrezensionen ist immer noch ihre Fixierung auf den sogenannten Inhalt. Sobald sie über die Inhaltsangabe hinausgehen, geraten sie ins Schwimmen. Künstlerische bzw. literarische Qualitäten relativ präzise zu benennen, gelingt in den wenigsten Fällen; Werturteile werden kaum nachvollziehbar gemacht. (Ewers, 1988)
Doch es fehlt nicht nur am Handwerkszeug des Literaturwissenschaftlers, sondern es fehlt sehr oft auch die Übung, die Absicht in einer verständlichen und lesenswerten Form umzusetzen. Learning by doing heißt das Ausbildungsprinzip, und da muss oftmals sehr viel ins doing investiert werden. Die direkte Auseinandersetzung mit der Kritik selbst fehlt nahezu völlig. Darum fällt der inflationäre Gebrauch von bewertenden Floskeln gerade in der Kinderliteraturkritik auch so unangenehm auf. Eine Auswahl, ohne Anspruch auf Vollständigkeit: flott, einfühlsam/psychologisch einfühlsam, durchaus spannend, stimmig, rund, beschönigt nicht, unterhaltsam, unterhaltend, amüsant, schmunzelnd, heiter, augenzwinkernd, pures Lesevergnügen, ausdrucksstark, ausdrucksvoll, dicht, nicht anbiedernd, frisch, lebendig, leichtfüßig, informativ, bedrückend, vielschichtig, tiefsinnig, behutsam, nachdenklich, aufrüttelnd, versöhnlich.
In einer Kritik sollte etwas von der Sprache, der Atmosphäre, der Grundstimmung des besprochenen Werkes gegenwärtig sein, ohne daß hölzern darüber geurteilt wird. Das Buch sollte in der Kritik wie in einem Resonanzboden nachklingen. Schließlich sollte die Lektüre einer Literaturkritik selbst ein, wenn auch bescheidenes literarisches Vergnügen sein. (Ewers, 1988)
Die beinahe schon normbildende Form der Kritik ist die Besprechung. Eine präzise und dennoch kurz gefasste Beschreibung der Handlungsebene des Buches zu Beginn, einer schulischen Nacherzählung nachempfunden, ein Blick in die psychologische Ausgestaltung, dann das abschließende Urteil, mehr oder weniger klar formuliert und begründet, fertig ist die Standardrezension für alle Ansprüche.

Was fehlt, sind Formen des übergreifenden Betrachtens und Analysierens eines Phänomens. Ebenso selten anzutreffen ist die Form des Essays, der gerade in den Widerspruch herausfordernden kinder- und jugendliterarischen Titeln einen großen Fundus besitzen sollte.
Was lebendige, funktionierende Literaturkritik so spannend für den Zuschauer und so risikoreich für den Teilnehmer macht, das circensische Element, das keine Kunst, keine Literatur entbehren kann, der witzige, pointierte Streit der Argumente, das Wagestück des ganzen persönlichen Einsatzes ohne das Sicherheitsbedürfnis der Regeln und Normen ­ all das fehlt der Kinder- und Jugendbuchkritik. Ihre zopfige Betulichkeit und Unbeweglichkeit stehen im krassen Gegensatz zum Gegenstand, der jugendliche Leichtigkeit, Aufbruchsstimmung, Unbekümmertheit signalisieren will und soll. (Gerd Ueding, 1990)
Präziser kann man die bislang weitgehend unerfüllten Erwartungen an Form und Stil nicht benennen.

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Adressaten der Kritik
Die Eindimensionalität der Literaturkritik, in der der Leser der Kritik auch der Leser des besprochenen Buches ist oder sein soll, ist in der Kinderliteratur aufgehoben. Literaturkritik für den Leser findet in Sonderformen im Rundfunk, in Kinderzeitschriften oder auf Internetseiten statt, ist jedoch von der Quantität her noch zu vernachlässigen. Auch hier sind es vor allem Erwachsene, die Bücher für Kinder besprechen.

"Kinder kritisieren für Kinder" hat als Titel sogleich einen Schul-Projektwochen-Anstrich und findet noch seltener statt. In Form von Diskussionsgruppen existieren solche Initiativen, zum Beispiel die Jury der jungen Leser am Literaturhaus Wien oder in der Jungen Jugendbuch Jury in Frankfurt am Main und bei der Kallbacher Klapperschlange, ihre Außenwirkung bleibt jedoch vernachlässigbar. Die Kinderjury in Frankfurt musste sogar ihre Arbeit einstellen. Warum? Den Forderungen der praxisorientierten Kritiker müssten solche Projekte ja zusagen, bieten sie doch die Nähe zum Leser, die andere Formen der Kritiker-Kritik nie bieten können. Ganz einfach: Es liegt an den Ergebnissen. Die Lesegruppen in Wien sind ein gutes Beispiel. Ihre Auszeichnungen sind in den letzten Jahren an Titel gegangen, die entweder bei anderen, von Fachjurys vergebenen Preisen ebenso erfolgreich abgeschnitten hatten oder die bei der Frage der jugendliterarischen Relevanz fälschlicherweise als zu schwierig und erst gar nicht im Kontext Jugendliteratur wahrgenommen wurden.

Der Leser ist in sämtlichen relevanten Medien also nicht der Leser der kritisierten Literatur, sondern der Vermittler, eine zwischengeordnete Instanz. Dennoch übernimmt der Rezensent die Stellvertreterrolle, zumindest tut er nach außen hin in vielen Fällen so oder kann sich nicht für einen der möglichen Standpunkte entscheiden. Zur Strafe für den Leser fügt der unschlüssige Kritiker dann gerne eine oder mehrere der vorhin genannten Formulierungen ein, die beinahe aus den Erstlesetexten zu stammen scheinen, an denen er sich sonst nie vergreifen würde. Und es entstehen Rezensionen, die folgender Forderung präzise entsprechen:
Kinder- und Jugendliteratur-Rezensionen im Feuilleton sind kein ästhetischer Selbstzweck, sondern den Lesern verpflichtet, die stellvertretend für Kinder und Jugendliche Literatur auswählen und für die Verlage sind sie eine kritische unabhängige Instanz. (Budeus-Budde 1999, S. 67)
"Bücher, Bücher, Bücher ­ und immer an den Leser denken" scheint die Hauptaufgabe des Rezensenten zu sein. Doch die Grenze zwischen stellvertretend und bevormundend ist fließend und zwischen auswählen und übergehen ebenso. Diese Funktionalisierung des Lesers bzw. Vermittlers ist etwas sehr kinder- und jugendbuchspezifisches und für die tatsächlichen Leser so relevant, als würden Erwachsene Handys danach beurteilen wollen, ob sie für die Finger von Jugendlichen geeignete Wählscheiben besitzen. Daraus ergibt sich zwangsläufig  folgende Einsicht: Die mangelnde Vermittlung [ist] das Hauptproblem der gesamten Kinder- und Jugendliteratur und zeigt sich am deutlichsten bei Büchern für junge Leute. (Budeus-Budde 1999, 66)
Umgekehrt scheint mir mindestens ebenso plausibel, dass die geforderte Vermittlung gerade erst das Problem produziert, das sie eigentlich bekämpfen will, nämlich die mangelnde Akzeptanz von Literatur für Jugendliche unter Jugendlichen. Aber daraus leitet sich eben erst die Forderung ab, dass die Kinder- und Jugendliteraturkritik im Feuilleton genau das sein sollte, was das Feuilleton selbst ist: Ein Forum der von ästhetischen Prinzipien geleiteten Kritik. Denn den intendierten Leser der Bücher erreicht sie dort sowieso nicht.

Die Form der funktionalisierten Kritik, der Informationen für den genauer spezifizierten Vermittler, ist eine Aufgabe für Fachzeitschriften. Nicht das Alles-Wollen macht die Qualität einer solchen Fachzeitschrift aus, sondern die Beschränkung in Form und Inhalt auf eine genau benannte Zielgruppe. "The medium is the message" (Marshall McLuhan) gilt, je präziser das Medium eine Sparte bedient. Und deswegen sind die Forderungen nach einer alle Aspekte umfassenden und damit nebulos undeutlichen Kritikform in den Feuilletons der großen Tageszeitungen nur ein Ausweichen vor der Aufgabe, werkimmanente Wertungen mit einem nachvollziehbaren poetologischen Instrumentarium vorzunehmen und genau dort den Diskurs über die Weiterentwicklung der aktuellen Kinder- und Jugendliteratur zu führen.

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Kritik der Kritik
Die Menge der Doppelbegabungen, also der Literaturkritiker unter den Autoren, hält sich im deutschsprachigen Raum in einer überschaubaren Größenordnung. Während englische und amerikanische Autoren ihre neuen Titel immer gerne vorab von befreundeten Autorenkollegen lesen lassen und, wie es scheint, dabei zitierfähige Aussagen in Auftrag geben, zum Beispiel Das spannendste Buch, das ich je gelesen habe (Arthur C. Clarke über Bill Napier "Nemesis", Wunderlich 1999) oder Ein großer, mitreißender und extrem faszinierender Roman (Maarten t'Hart über Arthur Japin "Der Schwarze mit dem weißen Herzen", Claasen 1999), ist das Phänomen hier eher weniger bekannt. Deutsche Autoren sagen zu deutschen Autoren nur selten was und selten was Abdruckfähiges, es sei denn derart Fundamentales wie Benjamin von Stuckrad-Barre hat in seiner Jugend Maienblüte einfach so das Buch hingelegt, das ich selber gern geschrieben hätte. Grummel. (Harald Schmidt), was aber genau dem oben genannten Prinzip entspricht. Von ihnen dann auch noch einen Beitrag zur Theorie zu erwarten, scheint vermessen, dabei besitzen sehr viele durchaus den distanzierten Blick auf das eigene Werk. Reflexionen über das eigene Schreiben gibt es zuhauf, von Peter Härtling über Benno Pludra bis zu Kirsten Boie. Aber Kritik an der Kritik geübt oder als Kritiker selbst an Bücher herangewagt haben sich nur die wenigsten, mal abgesehen von denjenigen, die über die Kritik erst zu Schriftstellern wurden, zum Beispiel Doris Meißner-Johannknecht, Nina Schindler oder Uli Schubert.
Am Anfang war das Rezensionsexemplar, und einer bekam es vom Verleger zugeschickt. Dann schrieb er eine Rezension. Dann schrieb er ein Buch, welches der Verleger annahm und als Rezensionsexemplar weitergab. Der nächste, der es bekam, tat desgleichen. So ist die moderne Literatur entstanden. (Karl Kraus)
Aber nur eingeschränkt die moderne Kinderliteratur. Mit ein Grund ist auch die oft gescholtene Familienfreundlichkeit innerhalb der Kinderliteraturszene. Jeder kennt jeden, alle haben nur das lesende Kind vor Augen und Kritik wird vor allem als Nestbeschmutzung empfunden. Sieht man sich unter dem Kreis der Rezensenten um, wird man feststellen, wie viele Rezensenten gleichzeitig als freie Gutachter, Übersetzer, Lektoren für Verlage arbeiten. Nur selten wird das auch für die Öffentlichkeit so deutlich wie im Eselsohr 11/1999, wo Nina Schindler ein von ihr selbst übersetztes Indianerbuch rezensiert. Wie unabhängig die Wertung des Kritikers dann noch ist, sei dahingestellt. Mit einer objektiven Auseinandersetzung hat das jedoch nicht mehr viel zu tun.

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Forderungen an die Kritik
Die benannten Dilemmas der Kinder- und Jugendliteraturkritik sind nicht so einfach auflösbar, im Gegenteil, sie verschärfen sich noch, obwohl die gerne vorgeworfene mangelhafte Qualifikation der Kritiker obsolet geworden ist. Fehlendes Hintergrundwissen und mangelndes sprachliches wie analytisches Vermögen sind durch Übung, Ausbildung poetologischer Grundlagen und Wissensaneignung einigermaßen wettzumachen.

Aber mit zwei grundsätzlichen Forderungen manövriert sich die Kinderliteraturkritik mehr und mehr in Beweisnot. Da ist einerseits der unauflösbare Widerspruch, dass Erwachsene über Bücher für Kinder urteilen, sie diese Stellvertreterposition des als unmündig erklärten Lesers per se aber gar nicht einnehmen können. Das führt zum starren Beharren auf den Quotenjugendlichen beispielsweise in der Jury des Deutschen Jugendliteraturpreises und zu der Frage, ob denn nicht eine amateurhafte Kritik von Kindern und Jugendlichen aus der Lesergruppe einzig und allein eine verbindliche Auskunft über die Akzeptanz des Buches geben kann. Gerade die Kritiker, die die Leseförderung, die Kindgemäßheit von Texten und Illustrationen, die unabdingbaren Funktionen von Literatur im Sinn haben, müssen sich diese Fragen stellen. Sie diskutieren einerseits als Stellvertreter der Leser gegen die Literatur-Literatur, andererseits aber vehement als Vertreter einer Berufsgruppe oder als normgebende Instanz für Inhalte, literarische Formen, sprachliche Ausgestaltung, die insbesondere ihre eigenen Maßstäbe widerspiegelt. Ein Beispiel:
Das Buch ist eine spannende und glaubwürdige Milieuschilderung. Es kann in seiner erbarmungslosen Offenheit auch eine Hilfe für Jungen und Mädchen sein, die auf sich selbst gestellt ihr Leben meistern müssen. Es soll sicher auch eine Ermutigung für erwachsene Leser sein, Jugendliche mit ähnlichem Schicksal nicht allein zu lassen. Die lebendige Sprache und die Sprache der Jugendlichen sind der Geschichte angemessen. Das Buch wird allen Jungen und Mädchen ab 14 Jahren empfohlen. (Schmidt, 1999)
Die Fragen der ästhetischen Wertung werden mit ein paar lapidaren Floskeln abgetan, statt dessen werden die pädagogischen Fragen um so appelativer beantwortet, mündend in die Feststellung, für wen das Buch sei. Obwohl die Leserschaft der Beiträge Jugendliteratur und Medien alles andere als Teenies sind. Und sind darüber hinaus die Hinweise auf Glaubwürdigkeit der Milieuschilderung und der Hilfsangebote nicht allein von den Betroffenen am sinnvollsten und "glaubwürdigsten" zu beantworten?

Der andere Bereich ist die sogenannte Literatur-Literatur, die in letzter Konsequenz eine erkennbare Grenze zwischen allgemeiner Belletristik und Jugendliteratur aufzuheben versucht und damit auch die Existenz und Notwendigkeit einer eigenständigen Jugendliteraturkritik in Frage stellt. Warum sollten dann die allgemein und in ganzer Breite geschulten Kritiker nicht die besseren Partner sein als die spezialisierten Jugendbuchkritiker? Eine Entwicklung, die die Selbstauflösung mangels Legitimation vorantreibt, wenn sich die Jugendliteraturkritik nicht eine klare Aufgabe stellt und eine klare Definition dessen vorgibt, was sie überhaupt als Jugendliteratur versteht.

Die Rettung kann nicht in der Befestigung der Grenzen liegen. Kinder- und Jugendliteratur als das zu definieren, was aus Kinder- und Jugendbuchverlagen kommt, greift zu kurz und ist realitätsfremd. Zumal der Sprung aus der Kinderliteratur ins allgemeine Feuilleton nie ein Problem war, sobald ein Thema als kulturrelevant erachtet wurde. Ein Leitartikel von Thomas Steinfeld über den Erfolg Jostein Gaarders in der FAZ im allgemeinen Feuilleton war ein Thema, das Phänomen Harry Potter ist ein zweites. Andererseits muss auch die Kinder- und Jugendliteraturkritik den Weg gehen und sich die Phänomene in ihren Kanon holen, die eine hohe Jugendrelevanz haben, zum Beispiel die Diskussion über das Thema Popliteratur.

Erst wenn die Kinder- und Jugendliteraturkritik sich dieser Herausforderung stellt und die Entwicklung des allgemeinen Feuilletons selbstbewusst für ihre Belange nutzt, kann auf die Klage "Ach, wer's doch nur richtig könnt'" die Antwort "Wir!" folgen.                 |

 

 

Sekundärliteratur

Budeus-Budde, Roswitha: Und wo bleiben die Leser? Jugendliteratur-Kritik im Feuilleton zwischen ästhetischem Anspruch und kommerzieller Realität. In: Raecke, Renate: Kinder- und Jugendliteratur in Deutschland. München: Arbeitskreis für Jugendliteratur e.V. 1999.

Ewers, Hans-Heino: Literaturkritik muß selbst Literatur sein. In: Eselsohr 1988, Heft 11, 3

Ders.: Die Grenzen literarischer Kinder- und Jugendbuchkritik. In: Scharioth, Barbara/Joachim Schmidt (Hrsg.): Zwischen allen Stühlen. Zur Situation der Kinder- und Jugendliteratur-Kritik. Tutzing: Evangelische Akademie 1990 (Tutzinger Studien 2/1990)

Radisch, Iris: Mach den Kasten an und schau. Junge Männer unterwegs: Die neue deutsche Popliteratur reist auf der Oberfläche der Welt. In: Die Zeit. Nr. 42, 14. Oktober 1999, Beilage Zeit Literatur, 1 f.

Scharioth, Barbara: Dem Leser Diener oder Freund? Funktionen und Möglichkeiten der Kinder- und Jugendliteraturkritik. In: Scharioth, Barbara/Joachim Schmidt (Hrsg.): Zwischen allen Stühlen. Zur Situation der Kinder und Jugendliteratur-Kritik. Tutzing: Evangelische Akademie 1990 (Tutzinger Studien 2/1990)

Scharioth, Barbara/Joachim Schmidt (Hrsg.): Zwischen allen Stühlen. Zur Situation der Kinder- und Jugendliteratur-Kritik. Tutzing: Evangelische Akademie 1990 (Tutzinger Studien 2/1990)

Schmidt, G.-A.: Lutz van Dijk: Hartes Pflaster. In: Beiträge Jugendliteratur und Medien, 51. Jahrgang, Heft 4/1999, 254

Schnettler, Silke: Das Schmuddelkind der Literaturkritik mausert sich. In: Bulletin Jugend & Literatur 1997, Heft 6, 6f.

Ueding, Gerd: Literatur mit beschränkter Haftung? Über die Miesere der Kinder- und Jugendbuchkritik. In: Scharioth, Barbara/Joachim Schmidt (Hrsg.): Zwischen allen Stühlen. Zur Situation der Kinder und Jugendliteratur-Kritik. Tutzing: Evangelische Akademie 1990 (Tutzinger Studien 2/1990)

 
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    Paulus Hochgatterer, 1961 im niederösterreichischen Amstetten geboren, lebt in Wien und ist als Arzt und Psychoanalytiker tätig. Für seine schriftstellerische Arbeit wurde er mehrmals ausgezeichnet, zuletzt mit dem Österreichischen Jugendliteraturpreis 2000 für "Caretta, caretta"

Werke: Der Aufenthalt (Otto Müller 1990), Über die Chirurgie (Deuticke 1993), Die Nystensche Regel (Deuticke 1995), Wildwasser (Deuticke 1997, Rowohlt Taschenbuch 1999), Wildwasser (Deuticke 1999).

Die Geschichte beginnt mit der Rezension eines Gedichtbandes von Kurt Dieman-Dichtl durch Karl Markus Gauß; ich glaube, es war in den Salzburger Nachrichten. Ich kann mich an den Titel des Buches nicht erinnern, schon gar nicht an den Wortlaut der Besprechung, umso lebhafter jedoch an mein Gefühl nach der Lektüre des Gaußschen Dreispalters. Ähnlich war: Kroatien gegen Deutschland, 3:0 (bei der Fußball-WM in Frankreich), ähnlich war das Gefühl auch, als Josef Strobl bei der letzten Lauberhornabfahrt in Wengen Herrmann Maier den Sieg wegschnappte. Die Angelegenheit hatte zwar durchaus den Anflug eines Coming-Out – mäßiges Kopfzerbrechen, Spuren von Selbstzweifel, leichte Schuldgefühle in verschiedene Richtungen –, doch eines wurde mir in Wahrheit in diesem Augenblick klar: Am allerliebsten lese ich Verrisse.

Sich nach der Lektüre eines miesen Buches zornentbrannt hinzusetzen und mit der gesamten Wortgewalt, die einem zur Verfügung steht, eine, je nachdem, subtil analytische oder polemisch brutale Vernichtung zu Papier zu bringen, das ist das eine (und fühlt sich manchmal auch nicht schlecht an). Sich selbst die ganze Leseplackerei zu ersparen und häppchenweise die Bösartigkeiten eines anderen zu schnabulieren, das verschafft eindeutig den größeren Lustgewinn.

Zuletzt versetzte mich Matthias Altenburgs Faustangriff auf Robert Schneiders neuen Roman "Die Unberührten" (ich glaube, die Sache hatte eine japanische Automarke im Titel) in diesen Zustand von runder hämischer Zufriedenheit.

Wenige Tage nach dem Erscheinen der Besprechung, ich war auf der Suche nach den Noten für das "Porterlied" des Plumkett aus Flotows "Martha", stieß ich in der Musikalienhandlung Doblinger in der Wiener Dorotheergasse auf Robert Schneider. Er lehnte an der Kassa, einen Packen Noten in der Hand, schien wahrzunehmen, dass er erkannt worden war, und verließ hastig das Geschäft. Ich kramte eine Weile und fand schließlich einen antiquarischen Klavierauszug von "Martha". Frohgemut machte ich mich auf den Heimweg. In der Absicht, mir in der Tee- und Spirituosenhandlung Schönbichler eine Flasche Jameson zu kaufen, betrat ich die Passage zwischen Stephansplatz und Wollzeile. Unvermittelt stand ich erneut Robert Schneider gegenüber, gleich neben dem Schaufenster eines Geschäftes für Paramente und anderes Kirchengerät. Eine Sekunde lang fühlte ich mich verfolgt, dann wurde ich überschwemmt von einer Mischung aus Altenburg, Toyota, Bregenzerwald, der Angst, meine eigenen Bücher könnten ab nun nur noch verrissen werden, und einem Schuldgefühl, das mich sehr an die postmasturbatorischen Zustände meiner Pubertät erinnerte.

Für eine Weile war ich tatsächlich verunsichert. Als ich einige Tage später allerdings jenes Plakat wahrnahm, auf dem eine Veranstaltung in der Wiener Votivkirche angekündigt wurde, erfing ich mich wieder: Der neue Roman von Paolo Coelho sollte präsentiert werden. Dazu würde Robert Schneider auf der Orgel spielen. Jawohl: Am allerliebsten lese ich Verrisse.

   
   

 

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Links zum Thema "Literaturkritik"

Theorie und Praxis der Literaturkritik: www.literaturkritik.de
     (nur ein Teil der Inhalte ist frei zugänglich)

Wettbewerb "Junge Kritiker": www.junge-kritiker.de
     Bedingungen, Literaturliste, kurzer Text zu den Kriterien

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